Gesundheits-Checks für deine Hühner

Man kann relativ leicht erkennen, ob ein Huhn krank ist. Es wird zusammengekauert herumsitzen und einfach schlecht aussehen. Außerdem ist es unwahrscheinlich, dass es Interesse hat auch nur irgendetwas zu fressen, nichtmal seine Leibspeise.

Sollte ein Huhn dieses Stadium erreicht haben, ist eine Krankheit wahrscheinlich schon relativ weit fortgeschritten. Hühner „verstecken“ eine Krankheit von Natur aus, weil sie sich sonst für ihre natürlichen Feinde angreifbar machen. Werden also oben beschriebene Symptome beobachtet, wird es Zeit rasch zu handeln, um den Tod der Tiere zu vermeiden.

Je mehr Erfahrung du in der Haltung von Hühnern sammelst, desto leichter wird es dir fallen auch schon kleine Veränderungen der Gesundheit deiner Tiere zu erkennen und die Ausbreitung von Krankheiten auf alle Hennen im Hühnerstall zu vermeiden.

Routine Checks

Jedesmal wenn du den Hühnerstall am Morgen öffnest, sollten die Hühner freiwillig herauskommen und sich dem Futtertrog nähern.

Während du ihnen dabei zusiehst, kannst du folgende Checkliste abarbeiten:

  • Das Verhalten: Sind die Tiere aufgeweckt und aufmerksam oder kann man Kämpfe oder andere Räubereien beobachten?
  • Futter und Wasser: Kann man ein Huhn beobachten, das kein Interesse am Futter hat oder mehr oder weniger trinkt als normal?
  • Erkennt man irgendwelche offensichtlichen physischen Probleme wie Verletzungen, nachschleifende Flügel oder humpeln?
  • Gefieder: Glänzen die Federn und sind sie nicht besonders beschädigt oder fallen aus? (Außer es ist gerade Mauserzeit – = Das Gefieder wird ersetzt und alle Federn werden erneuert)
  • Der Kamm: Ist der Kamm der Hühner fest und hängt nicht und hat eine gute rote Farbe? (Junge Hühner und Hühner beim Mausern haben einen etwas blasseren Kamm)
  • Atemprobleme: Erkennt man wässrige Augen, laufende Nasen oder seltsame Geräusche beim Atmen?
  • Der Kropf (die „Tasche“ am Halsanfang, wo Futter beim Fressen gespeichert wird): Dieser sollte leer sein bevor die Hühner fressen. Ein angeschwollener Kropf könnte auf eine Blockade hinweisen.
  • Der Kot: Ein normaler Kot ist fest, dunkelbraun und weiß. Selten ist der Kot auch weicher und schäumig.

Hühner fühlen sich von Blut angezogen. Falls du also einen Vogel unter deinen Tieren entdeckst, der blutet, entferne ihn so rasch wie möglich von den anderen Tieren und versorge die Wunden oder Verletzungen.

Das hört sich vielleicht nach vielen Punkten an, an die du am Morgen schon denken musst, aber mit der Zeit wird das für dich ganz natürliche Gewohnheit werden und es benötigt auch wirklich nur ein paar Minuten. Damit gehst du auf Nummer sicher. Nimm’ doch einfach deine Tasse Kaffee mit, dann fällt dir das alles vielleicht schon viel leichter.

Wie man erkennt, ob Hennen krank sind oder brüten

Eine Henne sitzt wie betäubt im Stall, will nicht zum Frühstück herauskommen und ist nicht aufmerksam, ein paar Federn fehlen und ihr Kamm ist blass? Bei deiner Checkliste schneidet sie also sicherlich nicht sehr gut ab, aber bevor du sofort den Tierarzt holst, musst du dich versichern, dass sie nicht einfach nur brütig ist.

Wenn man sich einer brütenden Henne nähert, protestiert sie oft lautstark oder „knurrt“ wütend. Ihre Brust wird sich warm anfühlen und sie hat vielleicht schon einige Federn verloren.

Hebe sie hoch. Üblicherweise wird sie zu benommen sein, um zu picken, zieh aber trotzdem Handschuhe an zur Sicherheit. Setze sie sanft am Boden ab. Nach ein paar Sekunden sollte sie wieder zum Leben erwecken und zum Futtertrog laufen. Sie wird für gewöhnlich wie immer fressen und dann zurück zu ihrer Nest-Box zurücklaufen. Du hast mit ziemlicher Sicherheit also ein brütendes Huhn!

Wenn du aber eine kranke Henne auf den Boden setzt, wird sie entweder am selben Platz bleiben oder sich schnell irgendwo verstecken.

Genauere Untersuchungen

Für ein detailliertes Gesundheitsbild deiner Tiere musst du einen genaueren Blick auf sie werfen und eine persönliche Beziehungen zu ihnen aufbauen. Versuche eine genauere Untersuchung einmal pro Woche zu machen. Es wird nicht lange dauern und kann dir auf lange Sicht hohe Kosten für den Tierarzt sparen. Du willst ja schließlich glückliche Hühner in deinem Garten halten oder nicht?

Zu Beginn musst du das Huhn einfangen. Jage ihnen dabei niemlas nach, sondern benutze ein großes Wurfnetz, weil das der beste Weg ist unwillige Hühner einzufangen. Warte dann kurz bis es sich beruhigt hat.

Nun gehst du folgendermaßen vor:

Gewicht:

Wenn du einen solchen Check öfters durchführen, wirst du ungefähr wissen wie schwer deinen Tiere sind. Sieh nach ob dir ungewöhnliche Gewichtsveränderungen der Gartenhühner auffallen.

Brustbein:

Kannst du das Brustbein gut spüren und ist es hart, kann das auf einen Gewichtsverlust hinweisen. Daran können Würmer, Krankheiten oder Kämpfe schuld sein.

Falls du das Brustbein gar nicht durch das Fett durchspüren kannst, solltest du etwas auf die Ernährung deines Huhns achten, damit es wieder etwas Fett verliert.

Verletzungen oder Schwellungen:

Untersuche deine Hennen auf Verletzungen oder ungewöhnliche Beulen.

Augen, Ohren, Nase:

Alles sollte sauber sein und achte auf ein Rasseln beim Atmen.

Kropf:

Ein voll angeschwollener Kropf eines Huhns, welches nicht vor kurzem gefressen hat, weist auf einen verstopften Kropf zu und verhindert, dass die Nahrung in das Verdauungssystem gelangen kann. Du solltest in diesem Fall unbedingt schnell einen Tierarzt holen. Ein sehr schlecht riechender Atem könnte auf eine Pilzinfektion hinweisen und benötigt auch die Aufmerksamkeit eines Tierarztes.

Gefieder:

Spreize die Federn etwas auseinander, um nach Läusen oder Parasiten Ausschau zu halten. Weiße Klumpen im Fell könnten Laus-Eier sein. Du musst dich dann um alle Tiere kümmern und auch den Hühnerstall reinigen.

Nun kannst du deinem gefiederten Freund eine kleine Belohnung geben, auch wenn er nicht wirklich sehr kooperativ war.