Stress und Hühner

Stress ist oftmals eine Hauptursache für nicht-gesunde Hühner und gestresste Tiere neigen eher dazu Probleme, wie Federpicken, Eier-Fressen und andere Dinge zu bereiten.

Ein Beispiel für eine andauernde Stresssituation sind zu viele Tiere auf sehr kleiner Fläche. Deshalb beobachten viele Bauern eine hohe Sterberate und müssen viel investieren, um ihre Hühner gesund und produktiv zu halten. Glücklicherweise ist die Haltung von wenigen Hühnern in deinem Garten keine solche Extremsituation, solange du ausreichend Platz bereitstellst oder du sie oft genug frei herumlaufen lässt.

Einige weitere Stressfaktoren:

Der Umgang mit den Tieren

Dies ist einer der größten Stressfaktoren für deine Hennen. Hühner stehen in der Natur generell eher nicht am Ende der Nahrungskräfte und haben viele Feinde. Deshalb ist es ganz natürlich, dass sie gestresst werden, wenn sie eingefangen oder hochgehoben werden. Während regelmäßiges Berühren der Tiere für Gesundheits-Checks sehr wichtig ist, ist das jagen von Tieren im Auslauf für fünf Minuten lang natürlich kontraproduktiv. Versuche die Tiere an einer engen Stelle, wie im Hühnerhäuschen, schnell und ruhig einzufangen. Halte dabei die Flügel fest und bring das Huhn danach in die Halteposition indem du deine rechte Hand unter das Tier schiebst und die sie auf die Bust des Vogels legst. Der Kopf sollte unter deinem Arm sein und das Tier hinter dich schauen. Benutze dann deine linke Hand für die Untersuchung.

kueken in hand von frau

Das Einbürgern von neuen Hühnern

Hühner sind Herdentiere, welche eine Rangordnung (auch Pickordnung) haben. Wenn jedes Tier seinen Platz in der Reihe hat, wenn es zur Fütterung kommt, kommt jedes Huhn zum Fressen dran und sie müssen nicht jedes mal lautstark „streiten“ wer als nächstes dran kommt. Dies würde nämlich auch Feinde anlocken. Jede Henne kennt also ihren Platz in der Rangordnung. Wenn nun aber neue Tiere dazukommen, wird diese Rangordnung überworfen. Das wird dazu führen, dass kein Huhn weiß, wo sein Platz ist und Streit und Stress bei den Tieren für mehrere Tage auslösen bis sie das Problem selbst gelöst haben und eine „neue Herde“ gebildet haben.

Fehlendes Futter und Wasser

Dieser Stress ist natürlich vollständig vermeidbar, wenn wir uns immer gut um die Tiere kümmern. Jedoch kann es auch mal vorkommen, dass man erst spät merkt, dass das Wasser schon wieder leer ist, weil zum Beispiel der Wassertrog undicht ist.

Extreme Hitze

Hühner schwitzen nicht. Um abzukühlen, müssen sie entweder kühles Wasser trinken oder fest schnaufen, um die Hitze über die Luft abzugeben. Hühner sind von Natur aus besser vorbereitet, um mit Kälte umgehen zu können. Sie können ihre Körpertemperatur durch zusätzliches Fressen und speichern von Luft in ihren Federn zur besseren Isolierung. Hitze stellt also einen Stressfaktor für deine Tiere dar. Sei also sicher, dass deine Hühner im Garten die Möglichkeit haben abzukühlen. Ein schattenspendender Strauch wäre zum Beispiel ein guter Anfang.

Das Legen von Eiern

Auch wenn es überraschend ist, weil Eierlegen zu den natürlichen Dingen gehört, die Hühner tun, stresst es die Tiere. Wenn du ihnen ruhige, abgedunkelte und „private“ Nest-Boxen zur Verfügung stellst, werden sie dir dankbar sein. Versuche sie nicht während dem Legen zu stören.

Feinde

Füchse oder andere Feinde, welche deinen Garten regelmäßig besuchen, bereiten deinen Hühnern wahrscheinlich Stress. Im Extremfall, wenn ein Huhn durch eine Fuchs-Attacke verletzt wird (z. B. wenn der Fuchs nur ein Maul voll Federn erwischt und das Huhn fliehen kann), kann deine Henne durch die Verletzung auch noch nach einigen Tagen nach dem Überfall sterben, aufgrund des Stresses.