Futter – Eine Wissenschaft für sich

Leider kann man Fragen rund um die Fütterung der Hühner nicht pauschal beantworten. Sehr viele Variablen spielen dabei eine Rolle: Die Rasse der Hühner, ob sie zum Verzerr oder zur Legen von Eiern gehalten werden, wie aktiv sie sind, das Wetter, die zur Verfügung stehende Menge an Futter und so weiter. Deshalb soll dir der folgende Beitrag einen Einstieg in die verschiedenen Möglichkeiten der Fütterung von Hühnern geben. Hühnerfutter gibt es in den verschiedensten Varianten, die so zusammengestellt sind, dass sie an das Alter und die Nahrungsbedürfnisse der Hühner angepasst sind. Wir werden uns hier auf die für Gartenhühner gewöhnlichsten Futtervarianten konzentrieren.

Das Füttern von Küken

Die Nahrung von Küken sollte zu 18 – 20% aus Protein bestehen. Die Nahrung für Hühner, die nur für den Verzehr gezüchtet werden, sollte ab dem Moment, ab dem sie zu fressen beginnen, für die ersten sechs Monate sogar 22 bis 24% Protein enthalten. Dieses Futter gibt es entweder mit Medikamente versetzt oder ohne. Erstere enthalten dabei meist eine geringe Menge an Anti-Kokzidiose-Wirkstoffen, meist Amprolium, welches ein Thiamin-Blocker ist und somit Kokzidiose verhindern soll. Das ist natürlich trotzdem keine hundertprozentige Versicherung dagegen aber die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung wird verringert!

kueken auf ei

Wachstumsnahrung für ältere Küken

Falls du Junghennen aufziehst, um Legehennen aus ihnen zu machen, dann solltest du darauf achten, dass sie langsam genug wachsen, damit sie starke Knochen und ein normales Körpergewicht erreichen, bevor sie mit der Produktion von Eiern beginnen. Ein hoher Proteinanteil in der Nahrung kann dazu führen, dass sie mit dem Legen beginnen, obwohl sie körperlich noch gar nicht wirklich bereit dazu sind. Deshalb sollte der Proteingehalt bei ungefähr 18 – 20% in den ersten sechs bis 14 Wochen nach dem Schlüpfen liegen. Viele Futterproduzenten bieten nun auch Futter an, welches vom Schlüpfen bis zum Erreichen des Legealters gegeben werden kann.

Das Füttern von eierlegenden Hennen

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Das Nährstoffbedürfnis von aktiv-legenden Hühnern unterscheidet sich zu dem Rest der Hühnerherde, weil sie mehr Calcium benötigen, um die Eierschalen zu produzieren. Das durchschnittliche Skelett einer Legehenne enthält ca. 20 Gramm Calcium und ein Ei repräsentiert ungefähr 10% davon. Hennen haben natürlich Calciumreserven in ihrem Körper gespeichert, aber wenn sie nicht genug Calcium durch die Nahrung aufnehmen, werden diese Reserven für die Eierschalen sehr schnell aufgebracht und sie legen Eier mit weicher oder keiner Schale. Es kann auch sein, dass sie komplett aufhören zu legen. Es ist wichtig, dass legende Hennen entweder ein anständiges, ausgewogenes Legefutter (Pellets oder dessen ungepresste Vorstufe) oder ein „Herdenfutter“ von guter Qualität mit einem zusätzlich angebotenen Calciumzusatz wie Eierschalen daneben.

Das Füttern von Hähnen

Hähne sollten idealerweise kein Legefutter fressen, weil der hohe Calciumgehalt in Legefutter langfristige Gesundheitsschäden, wie Nierenerkrankungen (in Junghühnern und Küken) und Gicht bei ihnen auslösen kann. Viele Geflügelzüchter füttern jedoch auch Hähne mit dem selben Futter wie Hennen ohne negative Folgen für deren Gesundheit. Einige Vögel sind aber genetisch bedingt unfähig Harnsäure zu verarbeiten und somit haben einige Probleme durch das Fressen von Legefutter und andere können dieses ein Leben lang ohne Probleme fressen.

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Das Füttern von Masthühnern

Eine Spezialfuttermischung für „Fleischhühner“ wird von vielen Futterproduzenten angeboten. Masthühner sind durch ihr sehr schnelles Wachstum gierige Fressmaschinen. Für die Produktion von einem Kilo Fleisch benötigt man ungefähr 1,8 Kilo Futter bei einem Schlachtgewicht von 5,2 Kilogramm sind das also fast 9,4 Kg Futter (Schlachtalter 8 Wochen). Vergiss auch nicht, dass es mehr Futter benötigt, desto größer es wird. Viele Masthuhnzüchter werden vorschlagen die Hühner 24/7 in den ersten zwei bis drei Wochen zu füttern und danach zwölf Stunden ohne Futter und dann wieder zwölf mit Nahrung bis sie ihr Schlachtgewicht erreicht haben.

Wie und wie viel Futter?

Um das Verschwenden von Futter zu vermeiden, sollte das Futter in einem ordentlichen Futtertrog aufbereitet werden. Dabei gibt es eine Vielzahl an Futtertrögen für jedes Budget.

Die Frage nach der Futtermenge für deine Hühnerfamilie ist leider nicht so einfach beantwortet. Falls du dir Sorgen machst, dass deine Hühner nicht genug erwischen, fülle einfach den Futtertrog regelmäßig ordentlich auf oder nutze einen Trog, der Nahrung für mehrere Tage speichern kann. Diese Methode kannst du für alle Arten von Hühnern verwenden, weil das auch die Art ist, wie sie in der Natur fressen würden; sie fressen regelmäßig kleine Mengen. Hühner, mit Ausnahme der Fleischhühner, sind gute Selbstregulierer und wissen selbst wie viel sie brauchen.

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Du kannst also diese Methode anwenden oder du kannst deine Hühner auch zu bestimmten Tageszeiten füttern. Die Anwender der zweiten Methode füttern meistens einmal in der Früh und einmal am Abend. Das erlaubt dir die Futtermenge, welche auch Schädlinge wie Ratten anlocken kann, zu kontrollieren und Abfall zu vermeiden. Diese Methode funktioniert für alle Arten, außer für Fleischhühner, sehr gut. Versuche aber immer, dass die Hühner immer mit vollem Magen schlafen gehen, indem du sie kurz vor der Dämmerung fütterst.

Verfüttere niemals verdorbene oder schimmlige Lebensmittel an deine Hühner, weil das deinen Hühner sehr schaden oder sie sogar umbringen kann. Außerdem solltest du darauf achten, dass das Futter so gelagert wird, dass es keine Ratten oder ähnliches anzieht. Solltest du bemerken, dass du plötzlich viel mehr Futter für deine Tiere benötigst wie vorher oder einen plötzlichen Anstieg an konsumierten Futter feststellen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass du die Vögel aus der Nachbarschaft oder Ratten fütterst. Du könntest also die Futtertröge am Abend leeren oder die Nahrung in einen Schädlingssicheren Behälter aufbewahren.

Eine weitere Anmerkung:

Ich habe schon öfters von Geflügelhaltern gehört, dass sie nur Getreide füttern. Ja, das kann man machen, aber nur wenn die Hühner auch Zugang zu gutem Grünzeug und Käfern haben, um ihre Ernährung zu ergänzen. Getreide hat niemals die Nährstoffe, die notwendig sind, um Junghühner aufzuziehen oder Legehennen zu ernähren.